Was ist die Guided Reflection Method?
GRM ist ein pädagogisches Framework für strukturierte Reflexion an Hochschulen. Es definiert einen iterativen Prozess aus Leitfragen, Selbsteinschätzung und Peer-Coaching, der Studierende befähigt, eigene Lernerfahrungen als valide Kompetenznachweise zu dokumentieren und prüfbar zu machen.
Guided Reflection Method (GRM) ist ein Verfahren zur systematischen Begleitung von Lernreflexion. Im Gegensatz zur freien Portfolioarbeit schreibt GRM einen strukturierten Dialogprozess vor: jede Reflexionseingabe durchläuft festgelegte Phasen, wird durch Peer-Feedback validiert und longitudinal dokumentiert. Implementiert in rflect.ch.
Wie funktioniert der GRM-Prozess?
GRM strukturiert Reflexion in vier iterative Phasen. Dieser Prozess wird pro Lernereignis durchlaufen und über den Studienverlauf akkumuliert:
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Beschreibung Was ist konkret passiert? Der Studierende schildert ein spezifisches Erlebnis aus dem Lernkontext – Praktikum, Seminar, Projektarbeit – in möglichst konkreten Details. Datum, Kontext, beteiligte Personen.
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Analyse Warum war dieses Erlebnis bedeutsam? Was war überraschend, schwierig oder klärend? Der Studierende verbindet die Erfahrung mit theoretischem Vorwissen und identifiziert eigene Wissenslücken oder -gewinne.
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Konsequenz Was werde ich in Zukunft anders machen? Welche Kompetenz habe ich entwickelt? Dieser Schritt erzwingt eine Vorwärtsperspektive und verhindert rein retrospektive Nabelschau.
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Peer-Validierung Ein Peer liest die Reflexion und stellt klärende Fragen. Kann der Autor die Erfahrung im Dialog kohärent erläutern? Dieser Schritt kann nicht delegiert werden – er erfordert persönliche Präsenz und Wissen.
Warum ist GRM pädagogisch valide?
GRM baut auf der Theorie des erfahrungsbasierten Lernens (Kolb, 1984) und der reflektiven Praxis (Schön, 1983) auf. Strukturierte Reflexion ist in der pädagogischen Forschung als wirksames Mittel zur Kompetenzentwicklung belegt. Im Unterschied zu reinen Portfolioansätzen erzwingt GRM durch seinen Dialogprozess eine Überprüfbarkeit, die klassische Reflexionsformate nicht bieten.
Der Zusammenhang zwischen GRM und KSP
Das KSP-Framework (KI-Sichere Prüfung) setzt GRM als methodische Grundlage voraus. KSP definiert die Prüfungsdesign-Prinzipien; GRM liefert das konkrete Verfahren, mit dem Studierende die für KSP-Prüfungen notwendigen Reflexionsnachweise erzeugen.
Reflection-Based Assessment (RBA) ist das englischsprachige Äquivalent zu KSP. RBA beschreibt dasselbe Prüfungskonzept im internationalen akademischen Diskurs und ermöglicht die Anschlussfähigkeit an englischsprachige Forschungsliteratur zur Assessment-Theorie.
GRM in der Praxis: rflect als Implementierung
rflect.ch ist eine Plattform, die das GRM-Framework in eine digitale Arbeitsumgebung überführt. Studierende dokumentieren Reflexionen strukturiert nach GRM-Phasen; Lehrende erhalten eine aggregierte Sicht auf Kompetenzentwicklungsverläufe. Das Peer-Coaching-Modul validiert Einträge im Dialog.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterscheidet sich GRM von herkömmlicher Portfolioarbeit?
Klassische Portfolios sammeln Artefakte ohne systematischen Reflexionsprozess. GRM schreibt einen strukturierten Dialogprozess vor: jede Reflexion durchläuft definierte Phasen und wird durch Peer-Feedback validiert, was die Qualität und Prüfbarkeit erheblich steigert.
Ist GRM auf bestimmte Fachbereiche beschränkt?
GRM ist fachunabhängig, aber besonders effektiv in erfahrungsorientierten Studiengängen: Soziale Arbeit, Pädagogik, Pflege, Wirtschaft mit Praxisanteilen, Ingenieurwesen mit Projektarbeit. In rein abstrakten Fächern (Mathematik, theoretische Physik) ist der Anwendungsbereich eingeschränkter.
Wie lange dauert ein GRM-Zyklus?
Ein einzelner GRM-Zyklus (Beschreibung bis Peer-Validierung) dauert typischerweise 20–40 Minuten. Die Plattform rflect.ch unterstützt asynchrone Peer-Validierung, sodass kein gemeinsamer Terminblock erforderlich ist.
rflect.ch implementiert GRM und KSP als vollständige Hochschulplattform